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Was kannst du so richtig, richtig gut?

Zuckst du gerade mit den Schultern?

Dann gehts dir wie den meisten. Wahrscheinlich könntest du mir eher von deinen Interessen erzählen, doch die sollten bei deiner Berufswahl erst an zweiter Stelle stehen. Warum, das erfährst du in diesem Artikel. 

Eine große Herausforderung: die eigenen Talente erkennen

Wir sind da praktisch blind. Kennst du das Spiel: Wer bin ich? Die Mitspieler kleben dir einen Zettel mit dem Namen einer Persönlichkeit an die Stirn und du musst raten, wer du bist. Die anderen können es ganz klar erkennen. Für sie ist es ersichtlich. Für dich nicht, weil du eben durch deine eigenen Augen auf die Welt schaust.

Ähnlich ist es mit deinen Talenten. Du kannst sie nicht sehen, weil sie ein Teil von dir sind. Die größten Fähigkeiten fallen dir so leicht, dass du manchmal nicht einmal bemerkst, dass du etwas tust und vor allem nicht, welche Bedeutung es gerade für andere hat. Es geht dir leicht von der Hand und du denkst dir:

Ich kann doch nix Besonderes

Doch, das ist es und jeder kann etwas anderes gut, genau das ist der Sinn dahinter. Der eine kann gut zuhören, der andere malen oder singen. Es gibt gute Redner, Ordnungshüter, Zahlenjongleure oder Geigenbauer.

Schön wäre natürlich, schon in der Schulzeit an unsere Talente herangeführt zu werden, doch das ist eben leider nicht so. Du hast das große Glück, dass du das jetzt selbst in die Hand nehmen kannst. Und genau das solltest du spätestens dann tun, wenn du unglücklich in deinem Job bist und du vorhast dich beruflich neu zu orientieren. Immer dann, wenn du auf der Suche nach deiner Bestimmung oder Berufung bist.

Zäume das Berufungs-Pferd nicht von hinten auf.

Oft läuft es so in der Art: Du machst deinen Job einige Zeit, irgendwann wird die Lust weniger und der Frust mehr. Du überlegst eine kurze oder längere Weile hin und her, vielleicht liest du sogar das eine oder andere Buch oder machst einen Persönlichkeitstest. Du kratzt an der Schale der Erkenntnis, doch du durchbrichst sie nicht. Aus verschiedensten Gründen, doch das ist hier nicht das Thema.

Deine Unzufriedenheit im Job bleibt, denn du hast nicht die eine Erkenntnis erlangt, die dich Schritt für Schritt ins Berufungsglück führt. Und was machen die meisten an dieser Stelle? In Stellenanzeigen nach neuen Jobs suchen. Und welche Berufe stehen ganz oben auf der Liste? Die erlernten oder bisher ausgeführten Berufe. Es ist nicht schwer vorauszusagen, wo das endet…

Stellenanzeigen sind oft einfach nur eine Flucht

Anders herum wird ein Schuh daraus: Finde heraus, was du so richtig, richtig gut kannst. So gut, dass es für dich nicht nach Arbeit aussieht. Doch lass dich nicht von deinem Interesse ablenken, fokussiere dich auf deine Begabungen.

Unsere Interessen liegen „an der Oberfläche“ und sind greifbar. Sie sind uns bewusst und schlummern eben nicht wie unsere Talente und Begabungen im Verborgenen, deshalb haben wir sie viel eher auf dem Schirm, wir kommen einfach leichter ran.

Interesse vs. Talent

Bei Interessen ist es allerdings so, dass sie sehr oft flüchtig sind und sich können schnell wandeln können. Sie sind instabil und oft auch von unserer Umwelt, von Eltern oder Freunden geprägt.

Unsere Begabungen dagegen sind sehr viel stabiler und deshalb sehr viel wichtiger für unseren Job. Bei der Berufswahl ist es also wichtiger, auf die Talente zu achten.

Interessiere ich mich nicht automatisch für das, worin ich gut bin?

Das wird oft angenommen, doch in einer Schweizer Studie wurde herausgefunden, dass die Zusammenhänge viel kleiner sind als gedacht. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Menschen stimmen Fähigkeiten und Interessen nicht überein.

Der Begabung sollte also das stärkste Gewicht beigemessen werden, die Interessen musst du ja deshalb nicht außer Acht lassen. Wenn du beispielsweise den Drang verspürst Menschen helfen zu wollen und du wählst einen Beruf in der Pflege. Im Laufe der Zeit merkst du allerdings, dass dir der zwischenmenschliche Kontakt zwar liegt, dir aber trotzdem etwas fehlt.

Du machst, was du kannst, was dir fehlt ist das Interesse

Wenn du nun herausfindest, das du ein Organisationstalent bist und du wahnsinnig entspannt mit Zahlen jonglieren kannst, bist du wahrscheinlich im operativen Geschäft besser aufgehoben. Du organisierst die Pflege, du koordinierst die Einsatzzeiten und stehst im ständigen Austausch zu den Pflegern. So hilfst du ihnen, den Patienten zu helfen und bist voll in deinem Element.

Und wenn Interesse und  Talent nicht zusammen passen?

In unserer Welt voller Möglichkeiten und dem enormen Angebot an fast allem, muss das kein Nachteil sein. Du kannst ja gerade mit deiner Einzigartigkeit aus der Masse herausstechen. Du kannst eine super Steuerfachfrau sein, die für Klassik brennt und spezialisierst dich auf Opern- und Konzerthäuser.

Hast du schon einmal von Jobcrafting gehört?

Wenn du so wie bisher nicht mehr mit deiner Arbeit weitermachen kannst, gibt es weitaus mehr Möglichkeiten, als zu kündigen. Du kannst Teilzeit im Büro im Kundendienst arbeiten, weil du gern organisierst und erklärst. In der verbleibenden Zeit organisierst du beispielsweise Wanderungen und bringst den Teilnehmern das Thema Waldbaden näher.

Hobbys und Interessen sind also Nebensache, aber eine wichtige

Wenn du dich beruflich umorientieren möchtest, kümmere dich als allererstes um deine Begabungen. Zum Weiterlesen empfehle ich dir den Artikel: 6 Möglichkeiten, die eigenen Talente zu entdecken. Das ist wirklich der allerallerallererste Schritt, das mit dem Geld verdienen kommt erst wesentlich später.

Wird dieses ganze Berufungsthema nicht vielleicht überbewertet?

Ein ganz klares Nein. Hier (in unseren Breitengraden) und jetzt können wir uns den Luxus leisten, unsere Natur auszuleben und nach unserer Bestimmung zu forschen. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass es immer mehr zu unserer heiligen Pflicht wird, das zu tun. Die Aufgaben der Gesellschaft wandeln sich mit der Zeit, unsere Vorfahren mussten sich um den Wiederaufbau kümmern oder das Wirtschaftswachstum ankurbeln. In unserer Zeit geht es um die Vernetzung (apropos social Network) und die Weiterentwicklung unserer sozialen Fähigkeiten.

Es geht darum, die Sinnlosigkeit des Gegeneinander zu erkennen und uns im Miteinander zu üben. Gerade weil wir einzigartig sind, können wir einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft leisten. Wenn uns klar wird, das unsere Einzigartigkeit uns vereint, können wir andere Menschen so nehmen und wertschätzen, wie sie eben sind. Wir sind Individualisten auf einer gemeinsamen Reise, die im Idealfall gemeinsam an einer richtig großen Sache arbeiten. Ich liebe es. Ich hoffe, du auch und du weißt, was jetzt kommt …

die Welt braucht deine leise Power 🦋

 

 

 

 

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