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Diese Frage wurde unlängst in unserer Facebookgruppe diskutiert. Doch es müssen ja nicht zwangsläufig nur Chefs in den Wahnsinn treiben, das schaffen Kollegen auch ganz gut. Manch einen treibts auch nicht in den Wahnsinn, sondern eher in die Verzweiflung. Was irgendwie aufs Gleiche rauskommt, also früher oder später.

In diesem Zusammenhang fiel mir plötzlich ein Buch ein, dass mir vor langer, langer Zeit – es muss so Anfang der 2000er gewesen sein – die Augen öffnete. Damals saß ich in einem Großraumbüro in der Kundenbetreuung, bearbeitete die „Spezialfälle“ und produzierte immer neue Ideen, wie wir unseren Service anders, effektiver und ganz besonders auch besser machen können.

Es ist wie gesagt schon eine ganze Weile her, doch ich erinnere mich immer noch sehr gut an die schwierige Situation mit meiner Chefin und an meine Verblüffung, wie leicht sich „mein Problem“ löste, nachdem ich von den Kontrolldramen in dem Buch las. Nicht, dass ich sonderlich viel im Außen veränderte, ich hatte das System nur irgendwie besser kapiert und war plötzlich nicht mehr nur Marionette, sondern Mitspieler dieses zwischenmenschlichen Spielchens. Was die Situation augenblicklich entspannte.

 

Warum dich der Chef in den Wahnsinn treibt?

Alles eine Frage der Energie!

Das Buch beschrieb 4 Kontrolldramen, die bei allen Menschen vorhanden sind. Sie entsprechen nicht unserer Persönlichkeit, sondern zeigen, was wir gelernt bzw. wie wir uns angepasst haben, um an Energie zu kommen. Immer wieder sind wir von der dieser Quelle abgeschnitten, fühlen uns schwach und unsicher. Wir alle entwickeln Strategien, um von anderen Aufmerksamkeit und somit Energie zu bekommen, damit wir uns stärker fühlen . Die 4 Kontrolldramen sind:

  • Armes Ich
  • Vernehmungsbeamter
  • Unnahbarer
  • Einschüchterer

Ich habe mich in meinem Umfeld zu einer Unnahbaren entwickelt. Das war also meine Strategie, um mit den Dramen meiner Eltern zu klarzukommen und äußert sich bei mir so, dass ich zu mache, wenn man mich zu sehr bedrängt. Die Schotten machen dicht, wie man so schön sagt.

 

Raus aus dem Drama, so kanns gehen

Meine Chefin damals war eine Vernehmungsbeamtin, einer der Trigger, die ich von zu Hause kannte. Das äußerte sich dann so, dass ich eine Aufgabe bekam, sie anfing zu erledigen und es nicht lange dauerte, bis sie hinter mir stand und mich kontrollierte. Sie fragte, warum ich das so und so mache, ob es anders nicht besser wäre usw. usf. Je mehr sie fragte und gefühlt alles aus mir rausquetschen oder mich in eine bestimmte Richtung drängen wollte, desto stiller wurde ich. Je stiller ich wurde, desto mehr fragte sie (weil das eben ihre Art ist an Energie zu kommen). Wir triggerten uns also permanent gegenseitig. Klasse Spielchen 😠

Ich weiß nicht, ob du dich mit Spiritualität beschäftigst und du mit Energie etwas anfangen kannst. Übersetze es für dich einfach mit Aufmerksamkeit oder Zuwendung, wenn sich das für dich stimmiger anfühlt.

Das Arme Ich möchte Aufmerksamkeit

Im Grunde geht es bei den Kontrolldramen darum, dass wir uns gegenseitig immer wieder triggern, bis wir dieses System checken.

Das Arme Ich möchte Aufmerksamkeit und Zuwendung, der Unnahbare seinen Freiraum, der Vernehmungsbeamte seine Antworten und Informationen und der Einschüchterer Gehorsam. Wer mit einem Einschüchterer aufwächst könnte selbst zum Armen Ich tendieren oder zum Unnahbaren. Wer mit einem Unnahbaren aufwächst könnte als Armes Ich oder Vernehmungsbeamter an Energie kommen usw.

Wenn dir ein Licht aufgeht…

Wenn man sich selbst in eine dieser Kategorien einordnet und auch den Chef/Kollegen, mit dem es immer wieder kracht, macht das plötzlich alles Sinn irgendwie. Zumindest war es bei mir damals so. Es war als ging mir ein Licht auf, als ich blickte, dass meine Chefin gar nicht anderes konnte, als mich mit Fragen zu löchern, weil ich sie (in ihren Augen) mit Nichtachtung strafte. Was ich aber gar nicht tat, weil ich einfach nur in Ruhe meiner Arbeit nachgehen wollte und ihr darüber berichteten würde, wenn es denn soweit war und ich etwas zu berichten hatte.

Das einfach nur zu wissen, löste einen ganz dicken Knoten und es wurde sofort leichter. Ich änderte mich ja nicht, wohl aber meine Perspektive. Das war damals ein absolutes AHA-Erlebnis für mich und ein sehr nachhaltiges, wie sich gerade herausstellt. Ich habe da jahrelang nicht drüber nachgedacht, doch wenn ich heute so zurückdenke möchte ich behaupten, dass das wirklich meine Sicht auf zwischenmenschliche Konflikte grundlegend verändert hat.

Sind wir nicht alle ein bisschen…?

Ich kann verstehen, wenn es Skeptiker gibt, dass alle Menschen in diesen 4 Schubladen Platz finden würden. Scheint mir ehrlich gesagt auch unglaublich, denn ich bin eher nicht so der Schubladentyp, ist paradox, ich weiß. Ich teile es trotzdem mit dir, weil es funktioniert, obwohl ichs nicht verstehe.

Selbst wenn du mit diesen Kontrolldramen rein gar nix anfangen kannst, ist es bei Konflikten absolut hilfreich sich bewusst zu machen, dass dieser Mensch, der einem da auf der anderen Seite des Schlachtfeldes entgegen schreitet nicht wirklich der Feind ist (jedenfalls in den allermeisten Alltagssituationen nicht). Es ist ein Mensch, der aufgrund seiner Geschichte seine ganz eigenen Ticks, Macken und Trigger mitbringt. So wie ich meine und du deine. Schon mit diesem Bewusstsein dreht sich im Konflikt einiges, ohne dass du es dem anderen lang und breit erklären müsstest.

Das Ändern der eigenen Perspektive ist das Erste, was jeder von uns sofort tun kann und verändert die Energie sofort. Klingt crazy, funktioniert aber. Immer. Probiere es unbedingt wenigstens ein einziges Mal aus, bevor du jetzt müde abwinkst und die Idee ad acta packst.

Und danach hast du dann nie wieder zwischenmenschliche Konflikte. 😂😂😂

 

Warum wir immer wieder Menschen begegnen, die unsere Punkte treffen.

Du und ich wissen doch (zumindest ist uns das vom Kopf her klar), dass wir eben alle unsere Themen haben. Ist es nicht komisch, dass wir immer wieder auf Menschen treffen, die mit präziser Sicherheit unsere verdammten Punkte sowas von treffen? Könnte es nicht auch sein, dass da ein System hinter steckt? Auch das wird in besagtem Buch besprochen.

Vielleicht klickern bei dir ja gerade ein paar Groschen, warum du mit der einen Kollegen immer aneckst oder das mit dir und dem Chef bisher immer knirschte. Falls es dich interessiert, das Buch, um das es hier ging heißt: „Die Prophezeiungen von Celestine“ von Robert Redfield. 

Was wäre also, wenn es darum ginge, diese eigenen Trigger zu erkennen und zu akzeptieren, dass sie da sind. In dir, in mir, in allen anderen. Wir sind eben doch alle baugleich, das verbindet uns, genau wie unsere Einzigartigkeit, denn auch darin sind wir gleich.

Was wäre also, wenn du im nächsten Konflikt mal etwas anderes versuchst als deine bisherige Taktik?
Was wäre, wenn du es in der Hand hättest, wie andere Menschen auf dich reagieren?
Was wäre, wenn du darauf vertraust, dass der andere dir nichts böses will, sondern nur seine Geschichte lebt, so wie du deine?
Und was wäre, wenn du deine Perspektive änderst und nicht länger mitspielst (oder Gamechanger bist, je nachdem)?

Schau doch mal, was sich dann tut. Vielleicht löst du damit ja nicht nur den Knoten bei dir selbst, sondern auch bei deinem Gegenüber und vielleicht war genau das der Sinn des Spiels und deine Aufgabe, denn

die Welt braucht deine leise Power 🦋

 

 

 

 

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