September 12

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Wenn dich dein WARUM blockiert


Seit Jahren biete ich mein Warum Coaching an für alle jene, die sich nach mehr Sinn in ihrem Arbeitsleben sehnen. Mich erfüllt es zutiefst, dieses Gold zu schürfen, den roten Faden im Lebenslauf zu entdecken.

Zu sehen, wie ein Schleier von den Augen meines Gegenübers abfällt, wenn sich dieser magische Satz Stück für Stück herausschält, wie die David-Statue aus dem Marmorblock, begeistert mich immer wieder aufs Neue. 

Warum schreibe ich nun, dass das WARUM auch blockieren kann?

Es passierte etwas, was ich so nicht kannte...

Ein Teilnehmer des Warum-Coachings meldete mir vor dem finalen Abschlusstermin zurück, dass der Satz, den wir im Coaching gefunden hatten, für ihn nicht mehr passt.

Dass er ihm gleichgültig sei.

Wir mailten hin und her und ich suchte nach Antworten. Meiner Erfahrung nach sind es immer nur kleine Stellschrauben, einzelne Wörter, die angepasst werden müssen.

Doch alle Vorschläge blieben ohne Erfolg.

Es lief immer wieder darauf hinaus:

Ich kann meinen Satz nicht finden, dass ist es alles nicht. Es könnte alles Mögliche sein, ich bekommen keine Verbindung dazu.

Was mir sonst leicht fällt, fühlte sich schwer an.

Mir kommen immer Ideen, ich finde immer Möglichkeiten, doch hier starrte ich in die Leere. In einem Gespräch mit meinem WARUM-Buddy Tina machte es endlich "Pling" und ein Gedanke reihte sich an den Nächsten.  

Als erstes kam:

Wenn ich immer wieder so begeistert vom WARUM vorschwärme, könnte man meinen, es regnet Sternenstaub, wenn plötzlich der eigene Warum-Satz schwarz auf weiß vor einem steht.

Doch so ist es nicht.(... jedenfalls nicht immer 😁)

Und wenn dann eben kein Glitzerregen auf einen hernieder schwebt, könnte man daraus schlussfolgern:

Das ist dann wohl doch nicht mein Satz.

Doch nicht jeder, der sein WARUM findet, hat vor Rührung Pipi in den Augen.

Manchmal ist da einfach dieses stille Ankommen und alles wird ruhig. Ergibt plötzlich einen Sinn. 

Und manchmal passiert (erst einmal) das Gegenteil...

Heißt das automatisch, dass es nicht das WARUM ist?

Meiner Meinung nach nicht, denn ich erinnerte mich an eine Entdeckung, die ich vor Jahren machte und zwar:

In einem Coaching, in dem ich selbst war, habe ich sie gespürt, meine wahre Größe, und was soll ich sagen…

Es hat mich schier überwältigt. Nix von innerer Freude und großem Hallo, nur pure Aufregung.

Angst und Herzflattern.

Mich hats umgehauen.

Das, was ich da wahrnahm war so unfassbar groß, dass mein Ego sich mit Schnappatmung in die hinterste Ecke verkroch.

Da war auch nix mit "ich feiere meine Größe".

Party? 🤯 Von wegen! 🫣

Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich das mit der Größe scheibchenweise hin- und etwas später annehmen konnte (und ich bin immer noch dabei).

Die Erinnerung an meine Erfahrung kam bei der aktuellen Situation mit dem offenen WARUM wieder hoch.

Die Angst vor der eigenen Größe kann einen auch ganz schön erwischen, wenn der WARUM-Satz in einem andockt. 

Plötzlich steht man vor einem scheinbar unbezwingbaren Berg, der einem das Gefühl gibt, dem nicht gewachsen zu sein. 

Genau das kann einem bei jeder Art von Coaching oder innerer Arbeit passieren. 

Also im besten Fall. Denn dann dreht sich wirklich was und wir verlassen vertraute Pfade. 

Muss das immer so sein?

Natürlich nicht, aber es kann eben und ich wollte es nur erwähnen, weil das natürlich nicht so werbewirksam ist und so einladend klingt wie: 

Als ich mein WARUM fand, hatte ich das Gefühl, die ganze Welt umarmen zu können. Endlich angekommen bei mir selbst.

Falls du also denkst, mit dir stimmt etwas nicht, weil dir,  obwohl du dich so viel mit Bewusstseinsarbeit und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigst,  nicht wirklich himmelhoch jauchzend zumute ist:, mach dich an dieser Stelle bitte locker.

Das geht nicht nur dir so!

Das gehört zum Weg.

Falls die Suche nah der Berufung, dem Sinn oder deinem WARUM, irgendwann in einer Blockade endet oder in einer Sackgasse feststeckt, dann führen die folgenden Punkte zu mehr Durchblick und Entspannung:

#1 In die eigenen Größe reinwachsen

Wir alle tun es und es ist Selbstsabotage vom Feinsten:

Obwohl wir uns Erfolg wünschen, fürchten wir ihn manchmal mehr als den Misserfolg. Erfolgreich zu sein bedeutet eben auch Verantwortung übernehmen und unser Potenzial wirklich leben.

Und dann ist da noch die Sichtbarkeit. 

Wer groß ist, wird gesehen. Für sensible und introvertierte Menschen seeehr unangenehm. Der Hintergrund ist schließlich auch ein schöner Ort zum Verweilen. Also lieber im sicheren Suchmodus bleiben.

Manchmal verstecken wir uns auch hinter der Suche, weil wir ahnen, dass unsere wahre Größe uns in eine komplett neue Lebensrichtung katapultieren würde.

Das macht nun wirklich echt ganz schön Angst.

Plötzlich reicht es nicht mehr, davon zu träumen, was man alles machen möchte und wer man eigentlich gern wäre.

Da fällt sie mit der Tür ins Haus... die Botschaft.

Jetzt geht es nicht mehr um weitere Ideen, jetzt geht’s um Taten!

Und statt sich einen Plan zu machen, wie man was wann umsetzt, kommen Gedanken wie:

  • Was, wenn es noch eine bessere Lösung gibt? (Obacht: FOMO)
  • Was, wenn es nicht das richtige WARUM ist (wenn ich andere Geschichten erzählt hätte, wäre bestimmt ein anderes Ergebnis rausgekommen. (Ganz klar: Nein.)
  • Was, wenn noch wichtige Sachen fehlen, die mir gerade nur nicht einfallen, dann würde mich mein WARUM ja in Zukunft blockieren? (In dem Fall ist das WARUM zu eng formuliert.)

FOMO (Fear of Missing Out)

Ein Zeichen unserer Zeit. Wir sind immer weiter auf der Suche nach dem noch Besseren. Egal ob das eine bessere Gelegenheit, der noch höhere Gewinn, ein passenderer Partner, ein größeres Stück vom Kuchen oder der perfektere WARUM-Satz ist.

Damit kicken wir die Leichtigkeit aus unserem Leben, weil wir in Dauerschleife suchen.

Wenn du Angst hast, dass in deinem WARUM-Satz nicht alles Wichtige enthalten ist, ist er zu klein formuliert! Keine Sorge, wir können ihn größer machen, wie eine ausfahrbare Markise. Da passen all deine Talente und Ideen drunter. 

Das WARUM ist nichts fürs nächste halbe Jahr. Es ist der rote Faden deines Lebens.

Für alles!

Es geht um viel mehr als den Beruf.

#2 Lass die ewige Suche nicht zu deiner Identität werden

"Ich bin noch auf der Suche" klingt irgendwie nach Abenteuer, ein bisschen romantisch und wahnsinnig beschäftigt. Schaut. man dahinter, kann diese Aussage auch ein Schutzschild sein, um nichts riskieren zu müssen.

Wenn man lange genug auf der Suche ist, kann es passieren, dass sie so vertraut wird, dass das Ankommen in immer weitere Ferne rückt.

Erst war da die Sehnsucht und man hat sich auf den Weg gemacht.

Bücher gelesen.

Fragen gestellt.

Ein Seminar besucht.

Einen Coach gebucht.

Doch die Suche blieb.

Diese Suche ist wie die bekannte Möhre, der man ewig hinterher hechelt. Nur um sehr viel später zu erkennen, dass der Abstand zwischen Obst und Mundwerk nie wirklich kleiner wurde.

Genauso laufen wir manchmal einer Antwort hinterher, die wir nie einholen.

Immer wieder taucht eine neue Version des WARUM-Satzes auf.

Eine neue Methode.

Ein neues Coaching.

Das Gehirn liebt Beschäftigung. Veränderung eher nicht so..

#3 Vom Denken ins Tun kommen

Selbst der perfekteste WARUM-Satz bringt dich allein nicht weiter. Der nächste kleine Schritt aber schon. 

Die Suche gibt uns das Gefühl von Fortschritt, aber echte Transformation geschieht erst durch Erkenntnis. Wenn wir uns nass machen, durch den Schlamm waten und Erfahrungen einsammeln.

Wir haben oft Angst, dass ein "falscher Schritt" uns vom (rechten) Weg abbringt, doch wie heißt es so treffend:

Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

Wenn du dein WARUM und deine Berufung finden möchtest:

Mach dich ganz praktisch auf den Weg und probiere Dinge einfach mal aus. Die theoretische Suche nach Antworten kann alles andere verdrängen.

Du möchtest die Position und die Arbeit benennen, die sich endlich wie die richtige für dich anfühlt.

Doch das Ding ist…

#4 Wer losgeht muss auch ankommen wollen

Selbst wenn du glaubst, eine Antwort gefunden zu haben, ist das nur eine Seite der Medaille. Die andere ist:

Es gibt Niemanden, der dir sagt: 

Das hier ist beruflich dein Platz.

Damit es KLICK macht, musst du der Mensch sein, der in diese Lösung hineinwächst.

Das hat auch was von: 

Ich entscheide mich jetzt dafür, mich auf das Neue einzulassen. und ins Unbekannte zu springen.

Oder aber auch: Ich entscheide mich, die Suche sein zu lassen. Diese unbestimmte Such nach dem "perfekten Job, von dem ich aber nicht genau weiß, was es ist und eigentlich gerade auch nicht wechseln kann"  über Monate oder Jahre ist ein ungeheurer Energiefresser.

Du musst wirklich ankommen - zu dir nach Hause kommen - wollen und bereit sein, loszugehen. 

Wenn du dir selbst die Tür aufmachst:

  • Dann weißt du, wer du als Mensch bist (nicht als Arbeitsroboter).
  • Dann kannst du dich wieder mit dem verbinden, was dir wirklich wichtig ist.
  • Dann triffst du Entscheidungen aus deiner Stärke, aus deiner inneren Kraft heraus und nicht aus der Angst.
  • Dann vertraust du dir selbst genug, um deinen inneren Impulsen zu folgen.
  • Dann bist du entschieden & stark genug, um kurzfristige Unannehmlichkeiten im Austausch für langfristiges Glück zu ertragen.

#5 Wenn du dich im Kreis drehst, fang an zu tanzen

Wenn dir irgendwann auffällt, dass du dich im Kreis drehst, fang an zu tanzen 😅 (das macht schön locker) und danach frage dich:

Suche ich gerade wirklich oder lenke ich mich vom Tun ab?

Kleines Experiment:

Wenn du glaubst, dass der WARUM-Satz (deine Berufung, deine Entscheidung, der nächste Job...) nicht stimmt, dann stoppe die Suche nach der perfekten Antwort und:

Probiere direkt eine kleine konkrete Sache aus, die dich reizt.

Und danach: mach einen Haken dran.

Check.

#6 Suche nach Tätigkeiten, nicht nach Berufen

Was mir im Coaching immer wieder auffällt ist, dass sich die meisten meiner Kunden sich auf ein "fertiges Konstrukt namens Beruf" fokussieren. Das ist ungefähr so, als würden wir kreativ sein und ein Regenbogen malen wollen, aber nur 2 Farben dafür bereitlegen. 

Der Beruf ist eine Schublade, in die unsere vielen Talente und Freuden in den meisten Fällen nicht hineinpassen. Denken wir in Berufen, können wir nicht alles unterbringen und schon schneiden wir für uns wichtige Dinge wieder ab.

Deswegen: 

Denke an all die Dinge, die du gern tust. Was sind deine Lieblingstätigkeiten? Wobei vergisst du die Zeit? Was würdest du tun, auch wenn du dafür nicht bezahlt würdest?

Liste all diese Tätigkeiten auf und erst dann überlegst du dir, ob es einen Job gäbe, in de du das machen könntest. Vielleicht gibt es nicht den einen Job, in dem alles möglich ist, dann wäre Patchworking eine Idee für dich. 

Falls du zu deiner Tätigkeit kein Beruf einfällt, beispielsweise du bist unglücklich als Buchhalter und liebst Musik, dann frage dich, wie du die Musik so einsetzen kannst, dass es für andere von Wert ist. Das Naheliegendste wäre: mit Zahlen in einem Plattenlabel jonglieren (wenn Zahlen grundsätzlich immer noch deins sind). Es kann aber auch heißen, dass es für dich etwas etwas ganz anderes ist, wie im Tonstudio zu arbeiten oder in einem Radiosender.

Auf diese Weise drehst du die Herangehensweise um: Du suchst nicht nach dem passenden Job, in den du deine Talente zu quetschen versuchst, sondern du schaust, wie du dein Potenzial-Potpourri am besten so verpackst, dass es für andere Menschen wertvoll ist, damit sie dich dafür bezahlen. 

Wenn dich niemand dafür bezahlt, ist es ein Hobby. Was überhaupt nicht verkehrt ist, denn wenn dich das Hobby total beflügelt und dein Brotjob finanziert das Ganze, kann genau das ein für dich gangbarer Weg sein. 

#7 Zieh die Reißleine, die zwischen dir und deinem Leben steht

Wenn ich einen Blogartikel so runtergeschrieben habe wie diesen hier, lass ich ihn ruhen, um mit frischem Blick noch einmal draufzuschauen. 

Kurz bevor ich mich nochmal an diesen Text machte, sprang mir ein Newsletter von Michaela Thiede ins Auge, der genau zu diesem Artikel passt.

Er fasst zusammen, wie es sich anfühlt, wenn etwas zu fehlen scheint:

Sie teilte in ihrer Mail ein Zitat von Lila Turner: 

"Ich war jahrelang im Leistungsmodus, immer bemüht, etwas zu etwas zu erreichen. Immer beschäftigt - ohne mein Leben wirklich zu spüren. Als würde ich versuchen, einen Lolli zu genießen, der noch in Plastikfolie eingepackt ist. Alle anderen schienen etwas zu schmecken, das ich nicht schmecken konnte."

Das "auf der Suche sein" ist wie diese Folie zwischen dir und deinem Leben. Und die Frage ist: 

Möchtest du dein Leben schmecken oder weiter auf der Folie rumkauen?

Wenn dich dein WARUM blockiert, lass los.

...das gilt natürlich auch für alles Andere, von dem du denkst, dass du es bräuchtest, um glücklicher, erfüllter, entspannter zu sein.

Wenn dich die Suche nach deinem WARUM, deiner Berufung oder Bestimmung gerade in eine Sackgasse geführt hat, drehe dich um und schau doch mal in die andere Richtung.

Versteife dich nicht auf die Lösung für ein Problem, vielleicht steht vorher noch ein anderes Thema an, welches dann den Blick auf die nächste Ebene freigibt. 

Manchmal muss man die Suche nach dem perfekten Job beerdigen, um Platz für ein neues Leben zu schaffen.

Die Wahrheit ist:

Wir können nichts Neues erschaffen, wenn wir auf dieselbe Weise denken wie gestern.

Ohne Veränderung wirst du vermutlich nicht die Arbeit wählen, die für DICH die wirklich passende ist. Schon aus Gewohnheit wirst du dich eher wieder für einen Job entscheiden, der dir vertraut ist. 

Einen, für den du dich nicht verändern. musst. 

Das perfekte WARUM oder die perfekte Berufung sind nicht das, was dir Zufriedenheit verschafft. Es ist eher die Entscheidung, dass alles gut ist, obwohl du. noch nicht da bist. 

Du stehst am selben Ort und schaust trotzdem aus einer anderen Perspektive drauf. Genau um diese veränderte Sichtweise (wenn du einen Schritt von deinem Problem zurücktreten und draufschauen kannst) geht es in meiner Arbeit. 

Wenn du beruflich Ankommen möchtest, helfe ich dir dabei, die Arbeit zu finden, in der du deine Talente einsetzen, deine Bedürfnisse erfüllen und etwas bewegen kannst.

Genauso wichtig ist mir, dich damit anstecken zu können, wieder bei dir selbst einzuchecken.

Wie so oft ist es nicht entweder oder…

Es braucht beides:

Den Weg UND die Person, die ihn geht.

Wenn du losgehen möchtest: Du weißt, wo du mich findest 🦋

PS:  Regelmäßige Inspirationen zum Thema Potenzialentfaltung und berufliche Neuorientierung gibts in meiner Entfalterpost monatlich  per Newsletter in dein Postfach. 


Pinnen für später:

Wenn dich dein Warum blockiert und du dich im Kreis drehst

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Hier gibts noch mehr davon...


Meine Entfalterpost schreibe ich für dich, wenn du gerade in deinem Job zweifelst und dich am falschen Platz fühlst. Ich erzähle dir von meinem Weg und möchte dich damit ermutigen, wieder zu dir selbst zurückzufinden. Denn ich weiß (und irgendwann erkennst du es auch): DEIN LICHT STEHT DIR GUT 🤍

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