Januar 20

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Das ist keine Kündigung! Das ist ein Nachruf auf meinen alten Job.

"Dies ist nicht meine Kündigung. Das ist mein Nachruf. Das Mädchen, dass die letzten 7 Jahre für Sie gearbeitet hat, ist tot und begraben. Sie hinterlässt eine Lebenszeit der Unentschlossenheit, voller Zögern und Furcht. Man wird sie nicht vermissen. Man wird sie nicht betrauern, denn sie war von Anfang an gar nicht wirklich lebendig. Erst jetzt lebt sie. Ein ganzes Leben liegt vor ihr. Ein ganzes Leben, dass nur darauf wartet, ausgefüllt zu werden."

Dieser filmreife Abgang aus einem Job ist das. Dieses Zitat stammt aus dem Film "Zu guter Letzt" mit Shirley McLaine und Amanda Seyfried.

Im wahren Leben gibts keinen Drehbuchautor, der einem solche Worte in den Mund legt und doch inspirierte mich diese Szene zum Weiterdenken.

Einen Nachruf auf meinen alten Job schreiben?

Wieso? Was soll das bringen? 

Klarheit darüber, wo du wirklich hinwillst und ob du auf dem richtigen Weg dahin bist.

Du bist nicht zufrieden mit deinem Job, deshalb liest du gerade diesen Artikel hier. Was wäre, wenn du, statt dir immer wieder vorzustellen, dass du gern kündigen würdest, aber nicht kannst, weil... oder bevor ...(setze hier deine Gründe ein), einfach mal einen Nachruf auf deinen Job schreibst.

Wie das gehen kann und warum das gut ist, erfährst du in diesem Artikel.

Ein Nachruf ist eine Geste der Erinnerung und Wertschätzung.

Wenn wir etwas (nicht mehr) mögen, neigen wir dazu,  uns auf die schlechten Dinge zu fokussieren. Doch irgendwann muss es ja auch mal etwas Positives gegeben haben. Wir sind ja keine Masochisten (zumindest gehe ich mal davon aus).

Hast du das noch im Blick?

Die positiven Dinge werden selbstverständlich hingenommen und das Augenmerk wird auf das gelegt, was nervt. Sich an "die andere Seite" zu erinnern, bringt diese wieder mehr zum Vorschein. Im Hintergrund, im Unbewussten, war sie immer da, sicher einer der Gründe, warum du den Job noch hast.

Es ist hilfreich, sich das mal konkret bewusst zu machen.

Grundsätzlich hat der Inhalt von Nachrufen immer den Zweck,  zu erinnern und zu würdigen. Diesen Aspekt fand ich im Zusammenhang mit dem eigenen Job, der einem die Luft abschnüren, den letzten Nerv oder manchmal auch Lebensmut kosten kann (ich nenn es jetzt mal vorsichtig) spannend.

Wir Menschen können schlecht loslassen.

Auch wenn uns etwas noch so sehr quält (wie Job, Gewicht, Beziehung) bekommen wir es nicht oder zumindest schwer hin, loszulassen und aufzuhören.

nachruf auf meinen alten job

Wenn du nun einen Nachruf schreibst auf das Leben und Wirken in deinem Job. Was kommt dabei zutage?

Mir fiel eine Coachingübung ein, bei der man einen Nachruf auf sich selbst schreibt, damit man weiß, wie man gelebt haben will.

Warum mich dieses Thema so gepackt hat, lag schnell auf der Hand. Ich bekomme gerade sehr viele Rückmeldungen von Kundinnen oder Lesern meiner Entfalterpost (und auch in meinem privaten Umfeld fällt mir das auf), dass die vielleicht schon eine Weile ungeliebte Arbeit gerade besonders schwer  zu ertragen ist.

Und ich glaube, dass liegt daran, dass wir in einer sehr spannenden Zeit leben, in der sich die Dinge gerade enorm zuspitzen. Es scheint, als würden wir alle einem totalen Kontrastprogramm ausgesetzt. All das, was nicht mehr zu uns passt, verschärft sich bis ins Unerträgliche, damit wir es auch wirklich erkennen und unsere Konsequenzen ziehen.

Viele Menschen fühlen mehr und mehr, was sie wirklich möchten und was nicht mehr. Sie möchten sich selbst fühlen.

Wir wollen kollektiv die Fesseln lösen, uns aus Knebelverträgen befreien und uns mehr der Wahrheit und Bewusstseinserweiterung stellen.

Die Zeichen stehen auf LOS und viele schmieden Pläne und haben den Impuls, von innen heraus etwas zu verändern. Es geht darum, der eigenen Wahrheit zu folgen.

Eine große Frage steht im Raum:

WER ist mein Zuhause?

Es geht mehr und mehr darum, gemeinsam etwas Neues zu erschaffen, raus aus der Konkurrenz und rein in das Miteinander bei gleichzeitiger Würdigung der Einzigartigkeit eines jeden.

Die Gegensätze verstärken alles

Was es für viele so schwer macht ist die Angst, dass alles nur noch schlimmer wird. Vielleicht muss es das ja irgendwie auch, damit es dann besser werden kann. Meiner Erfahrung nach wurde es jedoch immer dann besonders schlimm, wenn ich mich gegen meine innere Stimme und den Fluss der Veränderung gewehrt habe.

Es gibt diejenigen, die ganz stark den Drang nach Veränderung spüren und den Ruf ihrer eigenen inneren Stimme und Weisheit und die anderen, die ihren Fokus darauf gerichtet haben, alles beim Alten zu lassen, aus Angst vor Veränderung.

Welchen Weg schlägst du ein?

Beide Seiten hängen sich voll rein und fördern so die Gegensätze, die somit doppelt schwer ins Gewicht fallen. Die einen stellen sich vielseitig auf, weil sie sich der Unsicherheit hingeben und dem Fluss. Die anderen halten an dem, was sie gerade noch greifen können fest und setzen alles auf diese eine Karte.

Mit wem willst du gehen? Welche Menschen magst du an deiner Seite haben?

Wo ist mein Zuhause?

In Situationen einer großen inneren Leere oder dem Wunsch nach Veränderung empfiehlt es sich die Dinge vom Ende her zu denken.

In so einem chaotischen Moment darüber nachzudenken, was der nächste Schritt ist, führt meist überall und nirgends hin.

Was meine ich mit „Vom Ende her denken“?

Sich auf die eigene Vision konzentrieren, auf das große (End)Ziel. Was willst du in deinem Leben erreichen?

Was möchtest du, woran sich Menschen erinnern, wenn sie an dich denken?

Nachruf auf meinen alten Job

Was willst du in der Welt hinterlassen?

Das sind keine Fragen für Zwischendurch, dafür begleiten dich deine Mission & Vision, einmal gefunden, ewig durch dein Leben. Auch dein WARUM ist wie ein roter Faden, der dich durch spannende Zeiten führt.

Meine Vision ist, Menschen wieder mit ihrer Harmonie zu verbinden und sie an ihre Größe zu erinnern. Wenn ich da reinspüre steigt in mir die Freude auf und erfüllt mich mit Sinn.

Diese Vision kann ich auf vielfältige Weise erfüllen. Es geht nicht um einen Jobtitel, sondern um das Gefühl, dass sich beim Tun einstellt. Wenn ich das zu fassen bekomme, kann ich das als roten Faden benutzen und mich rückwärts entlanghangeln.

Zurück bis an diesen Punkt hier, an dem ich diesen Blogartikel für dich schreibe, um dich daran zu erinnern:

Lebe deine Wahrheit und du findest deine innere Harmonie wieder, die dich in deine Größe führt.

Das Leben vom Ende her zu denken, ist Zumutung und Befreiung zugleich. Nur wenn wir uns der eigenen Sterblichkeit bewusst sind, entwickeln wir einen Sinn für das Wesentliche.

Am Anfang des (Berufs)Lebens stehen unzählige Möglichkeiten offen, am Ende sind die Entscheidungen gefallen.

Meist bereuen wir, dass wir das Wesentliche zu spät erkennen. Worauf es wirklich ankommt, ist die Antwort auf die Frage:

Wer willst du gewesen sein?

Bei der Recherche zu diesem Artikel bin ich auf die "10 Gebote" aus Harald Welzers Buch: "Nachruf auf mich selbst" gestoßen, die ich passend fand:

  1. Der Raum der Veränderung ist innerhalb, nicht außerhalb unserer Grenzen.
  2. Die Zeit der Veränderung ist die Gegenwart, nicht die Zukunft.
  3. Ein Lebenslauf ist keine Kausalkette.
  4. Fortschritt ist eine Kulturtechnik des Besseren.
  5. Aufhören braucht einen Grund, aber aufhören zu können, braucht Können.
  6. Aufhören sichert das Erreichte. Weitermachen banalisiert es.
  7. Mit Glaubenssätzen kommt man nicht weiter.
  8. Die Bedeutung eines Lebens hängt nicht von seiner Dauer ab.
  9. Der Schluss muss vor dem Ende gedacht werden.
  10. Es gibt ein Leben vor dem Tod. Und nur da.

Das bringt mich zurück zum Anfang des Artikels.

Nachruf auf meinen alten Job

Zum Nachruf auf deinen alten Job.

Du kannst es natürlich auch auf dein ganzes Leben ausweiten.

Welche Antworten kommen dir auf die Fragen:

  • Wer will ich gewesen sein?
  • Was will ich bewirkt haben?
  • Wie sollen sich die Kollegen an mich erinnern?

Und dann schreib deinen Nachruf:

Wer war die Person, die die letzten X Jahre das und das gemacht hat?

Wie hat sie sich dabei gefühlt?

Was hat sie erreicht?

Was hinterlässt sie bei ihren Kollegen, in der Firma?

Was ist "auf ihrem Mist gewachsen"?

Was lässt sie hinter sich, wenn sie geht? Ihre Unentschlossenheit? Ihre Zweifel? Ihre Furcht?

Und was kommt stattdessen? Lebendigkeit? Lebensglück? Zufriedenheit?

Auf all diese Fragen bekommst du Antworten, wenn du es einfach mal ausprobierst und einen Nachruf auf deinen Job schreibst. Das, was du da findest, ist Klarheit. Die Erkenntnis darüber, wer du in deinem Job bist. Und dann kannst du dich entscheiden, ob das die Person ist, die du sein möchtest. 

Lebe DEINE Wahrheit. 

Du musst sie dir nicht verdienen. Sie ist im Preis mit drin. Oder vielmehr:

genau dafür bist du hier.

Stell dir vor, wer du sein kannst, wenn du Unentschlossenheit, Zögern und Furcht beiseite schiebst und einfach mal leuchtest.

Nur so.

Für dich. 

Du hast das beste Leben verdient, das du kriegen kannst. Greif zu. Warte nicht auf irgendwann. Irgendwann ist nie.

Die Welt braucht deine leise Power 🦋

PS:  Regelmäßige Inspirationen zum Thema Potenzialentfaltung und berufliche Neuorientierung gibts in meiner Entfalterpost monatlich  per Newsletter in dein Postfach. 


Pinnen für später:

Nachruf auf meinen alten Job



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