Januar 15

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Ab wann ist man zu alt für einen Jobwechsel?

Wir alle laufen mit einem Potpourri an Glaubenssätzen durch unser Leben. Und weil sie so selbstverständlich sind, halten wir sie für wahr. Manchmal brauchts dann einen Wink mit dem berüchtigten Zaunpfahl von einem freundlichen Gegenüber, um zu erkennen, was wir uns die ganze Zeit so für hinderliche Geschichten erzählen.

Als ich meinen neuen Kurs vorstellte, bekam ich eine Mail mit folgender Frage:

Lohnt es sich, diesen Kurs zu machen, wenn man nur noch 13 Jahre bis zur Rente hat?

Da musst ich echt schlucken: "Nur noch?“ 

13 Jahre können lang sein, wenn man widerwillig zur Arbeit geht.

Verdammt. lang.

Oder anders herum: Was könnte man in 13 Jahren nicht alles für tolle Dinge tun? Wieder mal der Beweis:

Zeit ist relativ

Da Zeit bekanntlich relativ ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass 13 glückliche Jahre sich anders anfühlen, als 13 unglückliche Jahre.

Nehmen wir mal an, du arbeitest 5 Tage die Woche, dann kommst du auf durchschnittlich 230 Arbeitstage. Hochgerechnet auf 13 Jahre macht das 2.990 Arbeitstage. Ausgehend von einem 8-Stunden-Arbeitstag kommen wir auf 23.920 Stunden, in denen du tust, was du nicht magst. Gruselig lang oder?

Die Zeit beispielsweise ist ein wunderbares Argument, nichts ändern zu müssen, wie Mark Twain so treffend formuliert:

Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.

Und unsere Lebenszeit betreffend sind wir scheinbar für manche Dinge zu alt und für andere wiederum zu jung. Ob die Zeit richtig ist oder nicht, wird uns niemand sagen können.

Wir entscheiden, wann die Zeit reif ist.

Der Traum vom perfekten Zeitpunkt

Wenn ich hinter diese Frage schaue, spüre ich die Angst, es nicht zu schaffen, (noch) nicht gut genug zu sein oder eine Art Resignation, ob sich der Aufwand überhaupt (noch) lohnen wird.

Letzteres macht mich ganz besonders traurig, denn ich persönlich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das hier jetzt schon alles gewesen sein soll. Ich glaube daran, dass wir bis ganz zum Schluss die Möglichkeit haben, etwas zu ändern und wenn es nur die Einstellung zu einer Sache ist.

Die Kluft zwischen Vorstellung und Tat

Was uns letztendlich unglücklich macht ist die Kluft zwischen dem, was wir wirklich wollen und dem, was wir tatsächlich tun. (Schrieb sie so dahin, als wäre es das leichteste der Welt, während sie sich reumütig an die eigene Nase fasste... 🥺). Aber hey, wir sind alle hier, um zu üben oder?

Ich glaube, dass uns das Schicksal nur Ideen und Träume zuspielt, die wir imstande sind umzusetzen. Damit meine ich;  wenn das Gefühl auftaucht, dass da noch mehr ist, ist es das aller Wahrscheinlichkeit auch. Wusste schon Walt Disney:

„Wenn Du es träumen kannst, kannst Du es auch erreichen.“

zu alt für Traum vom Jobwechsel

Was uns zermürbt ist, dass wir dem nicht nachgehen. Weil wir nicht wissen, wo anfangen, weil wir denken, wir wären noch nicht so weit oder nicht gut genug oder eben schon zu alt oder zu jung oder dick oder dünn oder mein absoluter Favorit: noch nicht perfekt genug. 

Falls es in dir rumort, weil du dein Potenzial nicht nutzt, während dir scheinbar die Zeit zwischen den Fingern verrinnt, dann fang an, wieder etwas in deinem Leben zu bewegen.

Beginne mit einem kleinen Schritt

Schau dich in deinem Leben um und suche den kleinstmöglichen Schritt, den du sofort machen kannst. Das kann ein Anruf sein oder eine Mail, das Raussuchen einer Adresse oder die Meditation, die du schon so lange vor dir herschiebst.

An welchem Punkt bist du jetzt und was wäre der nächste kleinste Schritt? Wenn du so ähnlich tickst wie ich und räumliche Vorstellung nicht so dein Ding ist, hab ich dir das hier mal graphisch aufbereitet:

Wo möchtest du hin und vor allem: wo stehst du gerade jetzt?

Mit dem Traumjobroutenplaner kannst du es herausfinden.  

Wann bitte ist der perfekte Zeitpunkt?

Menschen in den Fünfzigern beneiden die Jungen Mitte 20, die ihr Leben noch vor sich und alle Möglichkeiten offen haben. Und dann gibt es junge Menschen, die uns ältere beneiden, weil wir schon fest im Leben stehen und der Welt nix mehr beweisen müssen.

Mit der Perspektive verändern sich die Vor- und Nachteile

Möglichkeiten sind immer gegeben. Wir sind nicht zu jung oder zu alt und sollten zu früh oder zu spät aus unserem Wortschatz streichen.

Klar, Ballerina werd ich nicht mehr.

Aber mal angenommen, ich hätte diesen Wunsch wirklich, dann könnte ich mich fragen, was wirklich hinter diesem Wunsch steht.

Ist es das Tanzen? Dann kann ich das als Hobby prima betreiben.

Ist es der künstlerische Ausdruck? Auch das geht mit 40, 50, 60.

Oder stelle ich vielleicht fest, dass es nicht wirklich mein Wunsch war, sondern der meiner Mutter, den ich ihr so gern erfüllt hätte, weil sie es nicht erreicht hat? Auch das ist eine prima Erkenntnis. Denn dann ist jetzt die Zeit, diesen Ballast von den eigenen Schultern abzuwerfen.

Das herauszufinden kann sehr befreiend sein, damit der Platz frei wird für das, was in dir schlummert und endlich raus will. 

Du bist nicht zu alt für einen Jobwechsel

Du bist nie zu alt, um nochmal neu zu starten: J. K. Rowling, war eine 31jährige, alleinerziehende Mutter, bevor sie sich in ein Cafe setzte und Harry Potter zu Papier brachte. Harrison Ford war bis er 30 Zimmermann. Nikklas Zennstrom gründete mit 37 Skype und Arianna Huffigton startete die Huffington Post im Alter von 54 Jahren.

Du bist nicht zu jung, um deine Berufung zu finden

Bereits im Alter von fünf Jahren gewann David Garrett einen Preis im Wettbewerb Jugend musiziert.

Als Cameron Johnson 11 Jahre alt war, entdeckte er sein Talent für die Herstellung von Grußkarten. Kurze Zeit später verdiente er pro Monat rund 350.000 Dollar. Mit seinem High School-Abschluss war er Millionär.

Was Erfolg ist, definiert jeder für sich selbst

Ein 15jähriges Mädchen protestiert im Sommer 2018 ganz allein vor dem schwedischen Reichstag gegen die Untätigkeit der Politiker in Sachen Klimaschutz. Sie schafft es in die  UN und hält uns Erwachsenen einen Spiegel vors Gesicht. Der Rest ist Geschichte, egal ob man Greta nun mag oder nicht.

Die Vorteile des Alters

Die meisten Menschen Ü50 haben selbst wahrscheinlich mehr Probleme mit ihrem Alter, als der Personaler, der eine Stelle zu besetzen hat. Der fragt sich nämlich hauptsächlich: Kannst sie diesen Job oder nicht? Passt sie ins Team oder nicht?

zu alt für Jobwechsel, die Vorteile des Alters


Jammer in deiner Bewerbung nicht rum, dass du schon so alt bist, sondern werbe mit deinen Fähigkeiten. Stell dein Licht nicht unter den Scheffel, denn es gibt ganz klare Vorteile, mit denen du punkten kannst: 

  • Der jahrelange Umgang mit Chefs und Kollegen verschafft uns einen gewaltigen Vorsprung in Sachen Sozialkompetenz. Empathie, Menschenkenntnis, Team- und Konfliktfähigkeit haben die meisten von uns den jüngeren voraus.
  • Mit Hilfe der kristallinen Intelligenz (auch Altersweisheit genannt) schaffst du es, all dein erlerntes und erfahrenes Wissen in Beziehung zu setzen und auf andere Bereiche zu übertragen. Das Know how, dass wir uns in jungen Jahren angeeignet haben, können wir im Alter immer besser verknüpfen. Mit mehr Lebenserfahrung erkennen wir Zusammenhänge schneller, da wir aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Herausforderungen schauen können. 
  • Du bist aufmerksamer, denn im Alter nimmt die Fähigkeit zu, sich auf eine Sache konzentrieren zu können. 
  • Im Laufe der Jahre fällt es dir leichter, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
  • Ältere Mitarbeiter sind loyal, sie müssen sich und anderen nichts mehr beweisen und werden ganz sicher nicht mit einem Auge schon wieder nach einem besseren Job Ausschau halten.  
  • Best Ager sind zuverlässig, nicht so schnell abzulenken und wollen einfach nur gut ihre Arbeit machen.
  • Silver Worker sind unabhängig von Ferienzeiten und fallen eben auch nicht aus, weil die Kinder krank und die Familienplanung ist ebenfalls abgeschlossen. 
  • Und last but not least: 60 ist das neue 50. In diesem Alter ist man heute nicht unbedingt krank und erledigt, sondern in vielen Fällen fit, wie der berühmte Turnschuh. 

Möchtest du noch mehr Argumente sammeln oder grundsätzlich herausfinden, was noch so alles in dir schlummert? Ich lade dich herzlich in die Traumjobwerkstatt ein, in der wir zusammen herausfinden, wie und wohin es beruflich für dich weitergehen kann.  

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Was passiert, wenn nichts passiert?

Schon klar, eine Veränderung anzugehen bedarf einiger Energie. Man muss sich erst einmal in Bewegung setzen. Die jetzige Bequemlichkeit oder diverse Ängste (wie beispielsweise zu alt, zu jung, nicht gut genug sein) werden über die Unzufriedenheit in der jetzigen Situation gestellt. Das bedeutet, dass die kurzfristigen Ziele über den langfristigen stehen, weil wir meist dazu neigen recht kurzfristig denken.

In vielen Fällen wäre es aber sinnvoller, sich darüber Gedanken zu machen, wohin unsere Zukunft führt, wenn alles so bleibt, wie es jetzt ist. Wie wirst du dich in 5 oder 10 Jahren fühlen, wie zufrieden wirst du sein, wenn es so weitergeht, wie es gerade läuft? 

Zwei sehr simple und effektive Übungen, um gute Entscheidungen zu treffen

Übung 1 - die Zeitkapsel 

Nimm dir ein paar tiefe Atemzüge und gehe in dich. Denke an etwas, von dem du dich fragst, ob du es tun solltest oder nicht. Und dann stelle dir diese beiden Fragen:

  1. Wie sieht mein Leben in 5 und in 10 Jahren aus, wenn ich diesen Schritt jetzt mache?
  2. Wie sieht mein Leben in 5 und in 10 Jahren aus, wenn ich es nicht tue und genauso weitermache wie bisher?

Übung 2 - die sprechende Münze

Nimm eine Münze in die Hand und wähle für Antwort A Kopf und für Antwort B Zahl aus. Wirf die Münze in Luft, fang sie mit der einen Hand auf und lege sie auf der anderen Hand ab. Und bevor du jetzt nachschaust, welche Seite oben liegt, spüre in dich hinein, was du lieber oben haben würdest: Kopf oder Zahl?

Jetzt weißt du, was dein Herz dir sagt. Du brauchst gar nicht auf der Münze nachsehen. Kannst du natürlich aber trotzdem ☺️.

Es ist deine Entscheidung

Die Herausforderung unserer Zeit ist ein zu viel an Möglichkeiten.

Wir könnten fast alles tun, tun es aber eher selten. Wir zweifeln und zögern.

Wir wollen das Perfekte zum perfekten Zeitpunkt tun. Und warten perfekt ab. Doch:

Ob wir etwas tun oder lassen ist eine Entscheidung, ist unsere Entscheidung. Ein absoluter Entscheidungsbooster ist die Antwort auf die Frage:


Wir sind dafür verantwortlich, wie wir über uns selbst denken: Glaubst du, du bist zu alt, wirst du wahrscheinlich genau diese Erfahrung machen. Es ist deine und meine und unser aller Entscheidung, was wir uns selbst erzählen: Wir sind nicht alt, sondern versiert. Wir sind nicht teuer, sondern wertvoll. Nicht langsam, sondern bedacht

Mach das bitte nicht!

Wir müssen aufhören zu glauben, den Absprung nicht (mehr) zu schaffen, weil wir etwas schon soooooo lange tun.

Wir sollten aufhören, verpassten Chancen nachzutrauern und die zu nutzen, die wir gerade haben. Früher ist vorbei und später noch nicht da.

Handeln können wir immer nur JETZT.

Wenn es dir Angst macht, aus den vielen Möglichkeiten, die vor dir liegen zu entscheiden, hab ich einen Tipp für dich:

Mach das was du am einfachsten ausprobieren kannst und was dich am hellsten anstrahlt.

Wie die Münzübung oben zeigt, weiß unser Herz recht schnell, was es will. Wenn wir zögern, dann deshalb, weil unser Verstand es uns versucht wieder auszureden.

Ich hoffe, ich konnte dich dazu ermutigen, Zeit nicht als das Maß der Dinge zu betrachten. Was es braucht ist deine Entscheidung und den Mut loszugehen. Wenn du Glück hast, triffst du auf diesem Weg Menschen, die mit dir in die gleiche Richtung unterwegs sind. Lass uns zusammen losgehen, denn

die Welt braucht deine leise Power 🦋

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die Illusion vom perfekten Zeitpunkt

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Darfs noch einer mehr sein? 😉

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