030-56008016 mail@susanschubert.de
Seite auswählen

„Oh das ist toll, dass wollte ich schon immer mal machen“ ist ein ganz typischer Satz von mir. Kennst du das auch? Tausend Ideen und Träume im Kopf und im Leben nicht genug Zeit, sie jemals umsetzen zu können. So dümpeln viele von ihnen (erst einmal) in einer Art „Zwischenlager“ in unserem Kopf.

Ich liebe es, Neues auszuprobieren und mich interessieren so viele Dinge. Ich bin quasi eine Wunschproduziermaschine. Vielleicht musste ich gerade deshalb die Erfahrung machen, dass zu viel unerledigte Wünsche ein unglaublich schwerer Klotz am Bein sein können. Wobei dieser wohl eher mental als körperlich zu spüren ist.

 

Eine Wunschliste kostet Kraft und Ressourcen

So eine Bucket- oder Löffelliste kostet Ressourcen, je länger sie wird. Einfach nur einen Punkt nach dem anderen hinzuzufügen ohne sie umzusetzen inspiriert irgendwann nicht mehr, sondern hinterlässt den Eindruck „nix gebacken zu kriegen“. Wünsche, die dort schon ewig vor sich hindümpeln, sind womöglich gar nicht mehr aktuell.

Wenn du in etwa ähnlich tickst, möchte ich dich ermuntern, mal wieder Platz im Kopf zu schaffen. Um folgende Punkte geht es in diesem Artikel:

  • Manchmal erkennst du erst mittendrin, dass es gar nicht deine Wünsche sind.
  • Wie wichtig es ist, Wünsche präzise zu definieren.
  • Alles hat seine Zeit.
  • Auch bei Wünschen kann weniger manchmal mehr sein.
  • Wünsche ausmisten in 3 Schritten

Das Problem mit „wenn ich mal groß bin…“, „wenn ich mal Zeit habe“, „irgendwann werd ich mal“ ist schlichtweg, dass diese getriggerten Vorhaben nicht auf eine „externe Festplatte“ ausgelagert werden können, sondern unterbewusst im Hirn schlummern und Energie zapfen.

Unerledigte Wünsche sind unbemerkte Stromfresser

Im Laufe der Jahre sammeln sich viele kleine und große Wünsche an. Sie warten in angestaubten Schubladen, in die wir sie einst mental packten, auf ihre Wiederbelebung. Alles, was nicht offiziell „abgehakt“ wird, zieht Jahr um Jahr fast unbemerkt Energie und raubt uns leise und beständig unsere Kraft. Wie ein unerkannter Stromfresser, der erst am Jahresende durch eine unverschämt hohe Rechnung auffällt.

Vielleicht wäre da eine Art Mentalhygiene eine gute Idee: Ab und an mal mit dem „Energiestaubwedel“ durch den eigenen Geist feudeln und ausmisten. Inspiriert zu diesem Artikel hat mich ein Interview von Sabrina Fox bei einem Kongress von MINDHEART.

Sabrina Fox erzählte davon, dass sie den Wunsch hatte zu singen und alles dran setzte, diesen auch zu erreichen. Als sie jedoch auf der Bühne stand und sang, wurde ihr klar, dass es ihr gar nicht darum ging VOR Menschen zu singen, sondern MIT ihnen.

 

Manche Wünsche sind nicht präzise genug

Das katapultierte mich sofort in meine eigene Kindheit zurück, denn mir erging es ganz ähnlich. Als Kind sang ich in einem Chor und die Proben machten mir unglaublich viel Spaß, die Auftritte eher nicht so.

Bei uns in der Familie wurde im Auto immer gesungen, wenn wir unterwegs in den Urlaub waren. Das war so eine ganz besondere Stimmung. Genau die suchte ich beim Singen später wieder. Es war nicht das Publikum, was bei mir die Freude auslöste, sondern die gemeinsam erzeugte Energie, die dabei entstand.

 

… sie bringen sich in Erinnerung

Vor ein paar Jahren dann überkam mich der Wunsch zu singen wieder. Hier in Berlin gibt es zwar eine Menge Chöre, doch alle hatten das Ziel, vor Publikum aufzutreten. Das reizte mich jedoch nach wie vor nicht und irgendwann suchte ich nicht weiter.

Ein paar Jahre später stolperte ich in Facebook über ein Video von Choir! Choir! Choir! Hunderte von Menschen trafen sich, um gemeinsam ein Lied zu performen. Ich bekam Gänsehaut ohne Ende als ich Hallelujah hörte.

 

… wenn die Zeit dafür reif ist.

Da war mein Wunsch sofort wieder da, aber in Deutschland gab es sowas nicht, wie schade.

Ich weiß nicht mehr wie viel Zeit dazwischen lag. Es war irgendwann 2017;  ich kam gerade von einer Veranstaltung und war im Auto unterwegs nach Hause, da hörte ich ein Interview im Radio. Ich muss dazu sagen, ich höre zu Hause kein Radio und bin echt selten im Auto unterwegs. Also minimale Chancen, etwas über dieses Medium zu erfahren.

Naja, jedenfalls hörte ich dieses Interview (Ich muss nochmal dazwischengrätschen, weil mir gerade einfällt, dass ich eigentlich bei „Gelaber“ sofort umschalte, nur seltsamer Weise dieses mal nicht.) So, jetzt aber: Da lauschte ich also gespannt dem Interview mit Gunter Papperitz, in dem er vom Projekt Sing dela Sing, berichtete und bekam wieder eine Gänsehaut.

WOW, das war ja wie bei CHOIR, nur ohne üben ? Es geht darum, sich gemeinsam mit anderen Singbegeisterten eine gute Zeit mit guten Songs zu machen. Anstatt Musik zu konsumieren geht es darum sie selbst zu erschaffen.

 

Wie vom Blitz getroffen

Wieder einmal Feuer und Flamme stürzte ich zu Hause angekommen, gleich ins Netz, um danach zu suchen. Leider waren alle Tickets bereits ausgebucht. Doch die nächste Veranstaltung war meine und die nächste auch…Inzwischen macht Sing dela Sing die Runde und tourt bereits durch mehrere Städte.

Diesen Traum vom gemeinsamen Singen hatte ich so viele Jahre und immer wieder flammte er mal auf, war wieder weg und nach wie vor ist da noch eine ganze große Menge Leben drin. Gerade tut sich eine weitere Möglichkeit auf, von der ich zu gegebener Zeit gern mehr berichte.

 

… oder eher wie gute alte Freunde

Es gibt also Dinge, die jahrelang unbemerkt in uns schlummern und wenn es eine Gelegenheit gibt, dann schießen sie wieder an die Oberfläche, direkt in unser Herz, als wären sie nie weg gewesen. Wie gute alte Freunde, die einem vertraut sind wie eh und je, obwohl man sie jahrelang nicht gesehen hat.

Was die These bestätigt, dass es für alles eine Zeit gibt.

 

… und manchmal ist die Zeit einfach vorbei

Und es mag andere Träume geben, die schon Jahre in uns schlummern, deren Zeit jedoch vorüber ist. Unsere Interessen haben sich verändert, manchmal auch unsere körperlichen Ressourcen und manche Wünsche passen einfach nicht mehr zu uns als Person.

Beispielsweise stand das Surfen auf meiner Bucketlist. Hab ich ausprobiert und für mich abgehakt. Genauso wie mein Traumjob aus Kindheitstagen.

Seit ich durch das Interview darüber nachdenke bemerke ich, wie hier und da Wunschfragmente auftauchen, die bisher umbemerkt Kapazitäten gefressen haben. Und wie beim Computer auch, sollte eine Wunsch-Defragmentierung wieder freien Speicherplatz im Kopf  schaffen und den Prozessor beschleunigen ?

 

Wünsche ausmisten in 3 Schritten

Um den Kopf wieder freizukriegen und um Energie zu schaffen für das, was dir wirklich am Herzen liegt, kannst du mit folgender Übung alte Wünsche ausmisten.

Schritt 1

Nimm dir ein Blatt Papier, dein Notizbuch oder öffne ein Dokument an deinem PC und mache eine Liste mit allen Wünschen, Ideen, Visionen, die du jemals hattest. Schreib alle Wünsche, die dir in den Sinn kommen untereinander (ohne Zensur zu diesem Zeitpunkt, darum kümmern wir uns später). Diese Liste kannst du bspw. eine Woche lang füllen und immer, wenn dir was einfällt, schreibst du es dazu.

Schritt 2

Wenn dir nix Neues mehr einfällt nimm dir deine Liste zur Hand und bewusst Zeit für dich. Gehe jeden einzelnen Punkt auf deiner Liste durch und frage dich:

Ist das noch stimmig? Hat das noch mit mir zu tun? Wo hüpft immer noch mein Herz, wenn ich daran denke? Was löst Freude und Energie in mir aus? Markiere dir diese mit einem ❤️

Hinter welche Wünsche hast du innerlich einen Haken gemacht? Was löst eher Bauchgrummeln aus? Oder bei welchen Wünschen regt sich gar nix bei dir? Markiere diese mit einem ❌

Schritt 3

Verabschiede alle Wünsche, die du mit ❌ markiert hast in einem kleinen Ritual. Schreibe sie auf extra Zettel und übergib sie dem Feuer. Oder lasse sie in einer Meditation davonfliegen. Visualisiere, dass du sie in einen oder mehrere Ballons packst und stell dir vor, wie du die Halteschnur kappst, die dich bis jetzt mit ihnen verbunden hat. Sieh den Ballons zu, wie sie sich immer mehr entfernen, wie sie davon schweben. Spüre die Leichtigkeit, die sich nun in dir ausbreiten darf.

 

Wünsche ausmisten schafft Klarheit im Kopf

In unser Zeit der Zuvielitis haben wir Möglichkeiten ohne Ende. Über social Media können wir uns quasi mit jedem vergleichen, was Wünsche produzieren kann, die nicht wirklich unsere eigenen sind. Auch aus unserer Kindheit schleppen wir vielleicht Träume mit, die nicht mehr zu uns gehören oder sogar welche, die andere uns eingepflanzt haben.

Deshalb ist es wichtig, sich unterwegs immer wieder zu fragen, ob wir noch auf unserem eigenen Weg sind und ob das, wofür wir einmal brannten uns immer noch entfachen kann. Mit dieser Klarheit im Kopf können wir uns auf das konzentrieren, wofür wir leidenschaftlich brennen. Damit wir genau die Träume verwirklichen können, für die es sich zu kämpfen und durchzuhalten lohnt.

Miste aus, was nicht mehr passt, damit mehr Raum und Energie für das da ist, wofür du da bist, denn

die Welt braucht deine leise Power 🦋

 

 

 

 

PS:  Artikel wie diesen und mehr zum Thema Potenzialentfaltung und berufliche Neuorientierung gibts per Newsletter ins Postfach. Inspirierenden Austausch mit Gleichgesinnten bekommst du in unserer Facebookgruppe.

 

Pinnen für später: