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Als ich auf die E-Mail antwortete, dachte ich immer wieder, das geht nicht nur dir so, vor dieser Hürde stehen andere auch. Und als meine Mail länger und länger wurde, machte ich daraus einfach diesen Blogartikel, damit „die anderen“ – also du – auch erkennen können, dass die vermeintlichen Hürden manchmal Knoten sind, die platzen müssen, weil wir eine bestimmte Erkenntnis daraus für unseren weiteren Weg brauchen.

Was wir alle für unseren Weg auch ganz sicher brauchen sind Entscheidungen, die wir immer wieder entweder selbst für uns treffen oder die wir (wenn wir nichts tun) andere treffen lassen. 

#1: „Ich weiß genau, was ich nicht will, aber nicht, was ich will.“

Mit diesem Problem bist du absolut nicht allein. So geht es den meisten Menschen.

Und es kommt sogar noch besser, denn ich hab inzwischen herausgefunden, dass es völlig egal ist, ob du etwas willst oder nicht willst. beides zeigt dir zuverlässig eine Richtung an. Hier erfährst du, wie du das im einzelnen für dich umdrehen kannst und deine Unzufriedenheit als Sprungbrett nutzt.

Mal angenommen, du liebst es zu schreiben, du magst Worte und liest gern. Es könnte aber auch sein, dass du das gar nicht auf dem Schirm hast, aber dir völlig im Klaren darüber bist, dass Zahlen nicht dein Ding sind. Tabellen, Kalkulationen und Diagramme bereiten dir Kopfzerbrechen? Wenn dem so ist, dann wirst du dir eine Aufgabe ohne Zahlen suchen und die passende Alternative zum Rechnen ist Schreiben. Also integrierst du in deinen Job mehr Worte und eliminierst Stück für Stück die Rechnerei aus deinem Berufsalltag.

Letztendlich landest du früher oder später beim Schreiben oder bei dem, was auch immer du liebst, wenn du deiner inneren Stimme folgst. Auch wenn es sich „folge deiner Freude“ schöner anhört, du kommst auch an, wenn du in die Gegenrichtung von „ist nicht mein Ding“ marschierst.

#2: „Ich erinnere mich nicht daran, was ich als Kind gern werden wollte.“

Es gibt einige Menschen, die sich nicht besonders gut an ihre Kindheit erinnern. Es ist absolut kein Beinbruch, nicht zu wissen, was man als Kind gern getan hat. Es ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die eigenen Talente und Leidenschaften zu erforschen.

Genauso könntest du dich fragen: Was war ein magischer Moment in meinem Beruf in der letzten Woche, im letzten Monat, im letzten Jahr? Wann hat mir mein Job besonders Spaß gemacht? Wobei habe ich am einfachsten die besten Ergebnisse erzielt oder das meiste positive Feedback erhalten?

Oder du kannst dich in die Zukunft beamen: Wenn du 1 Million Euro hättest und nicht mehr arbeiten müsstest, was würdest du dann freiwillig tun? Was würdest du tun, wenn du kein Geld verdienen müsstest?

Türöffner deines Unterbewusstseins

Diese Fragen sind lediglich Türöffner für dein Unterbewusstsein, da kommst du nur spielerisch hin und nicht durch Zahlen, Daten, Fakten. Es geht erst einmal darum wieder Zugang zu dir selbst und deinen Wünschen zu bekommen, die Quelle in dir anzuzapfen und eben nicht den Intellekt, der sonst immer gnadenlos das Zepter schwingt.

#3: „Dinge, die ich stundenlang machen kann – wie soll ich damit Geld verdienen?“

„Ich häkel gerne und lese gerne… aber mein Lebensunterhalt damit verdienen?“ Also da fallen mir sofort 2 Dinge ein, damit Geld zu verdienen: Zum einen Gehäkeltes im eigenen Etsy-Shop zu verkaufen und zum anderen: Lektoren lesen berufsbedingt auch viel. Beides Tätigkeiten, die man gut selbständig und ohne großes Risiko ausprobieren kann.

„Ich tüddel auch gerne im Garten rum“. Noch eine Sache, mit der du Geld verdienen kannst, da es Menschen gibt, die zwar gern einen schönen Garten hätten, denen aber der grüne Daumen fehlt.

Das waren jetzt spontane Schnellschüsse und einfach naheliegende Antworten. Beim Brainstormen mit mehr Zeit würde ich viel weitläufiger schauen wollen und die dahinter liegenden Dinge finden. Beispielsweise, was lösen diese Tätigkeiten aus? Geht es um die Entspannung oder darum, etwas mit den Händen zu tun? interessiert dich beim Lesen ein bestimmtes Thema usw.?

Es gibt Menschen, die behaupten, dass das Geld verdienen sogar leichter wird, wenn man bei dem, was man tut Spaß hat..Verbreiteter ist in unserer Gesellschaft allerdings die Ansicht, dass Arbeit hart sein muss (Zugegeben, mit diesem Drachen kämpfe ich auch hin und wieder.)

#4: „Ich bin über 40, habe zwei Kinder, ein Haus und alles soll bezahlt werden.“

Das ist mal klar, die Existenz muss gesichert sein. Doch es spricht ja nichts dagegen, sich nebenbei auszuprobieren. Wer einen gut bezahlten Job hat und auf der Suche nach mehr Sinn ist, kann doch den Job beibehalten und sich nebenbei eine Freiwilligenarbeit, ein Ehrenamt oder ein Hobby suchen, dass erfüllt.

Falls als Argument jetzt die fehlende Zeit kommt, kann ich das zwar nachvollziehen (uns allen scheint es heutzutage daran zu mangeln). Andererseits, wenn wir uns ehrlich beantworten, wie viel Zeit wir mit unnützen Dingen verbringen wie beispielsweise vor dem Fernseher, relativiert sich das wohl von allein. Wir glauben, wir brauchen den Fernseher als Entspannung, doch was wäre, wenn wir einer Tätigkeit nachgehen, die uns noch zusätzlich Energie verschafft?

Wenn es eine günstige Zeit gab, um nebenbei zu experimentieren, so ist das jetzt. Wir können gerade online unsere Ideen relativ risikolos ausprobieren und testen. Wir brauchen nur eine Idee, die Zeit und den Mumm in den Knochen, um ins Tun zu kommen. Und was das Alter betrifft, ich hab mich schon mal mit dem perfekten Zeitpunkt beschäftigt.

#5 „Ich mag nicht noch eine Ausbildung beginnen,

zumindest nicht, solange ich mir 100% sicher bin, dass dieser Job mich erfüllt.“

Bis auf einige Ausnahmen wie beispielsweise Ärzte, Apotheker oder Piloten ist eine Ausbildung nicht immer zwingend. Wenn uns Themen interessieren, eignen wir uns das benötigte Wissen sowieso an, weil es eben „unsere Baustelle“ ist und es fällt uns sogar auch leicht.

Was glaubst du, welche Mitarbeiter für Firmen wertvoller sind, die mit Leidenschaft oder solche mit guter Ausbildung?

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, unsere Jobs müssten uns erfüllen. Jeder von uns er-füllt sein Leben und labelt die Dinge, die ihm widerfahren selbst. Nichts von außen kann dich erfüllen, wenn du selbst es nicht tust.

Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht. (Ringelnatz)

Klar müssen Chancen und Risiken abgewogen werden, doch an einem bestimmten Punkt müssen wir losgehen, obwohl wir unsicher sind.

Wir sollten nicht auf Sicherheit warten, sondern Entscheidungen treffen.

Dass das im Kreis denken ein super Ablenkungsmanöver ist, wird in dem Moment ersichtlich, in dem du dir schon Gedanken um die Ausbildung machst, obwohl du noch nicht einmal weißt, was du willst, was wirklich deins ist. Vielleicht gibt es für deinen Traumjob ja noch gar keine Ausbildung. 😉

#6: „Von Freunden und  Bekannten kommt oft der Ratschlag:

Du kannst gut mit Kindern umgehen, aber genau das ist es, was ich schon seit über 25 Jahren nicht machen möchte.“

Egal, aus welchem Grund du mal Erzieherin gelernt hast, wenn es für dich nicht mehr passt, bist du diejenige, die entscheidet, dass diese Ära vorbei ist. Unser Umfeld kriegt von unseren Veränderungsprozessen, die eine gefühlte Ewigkeit in uns brodeln, oft nichts mit (es sei denn, wir reden drüber).

Ich vermute mal, für deine Freunde ist weitaus mehr ersichtlich, als dein Händchen für Kinder. Das ist wahrscheinlich aber das Vordergründigste, dass, was sie von dir kennen. Solche Fragen haben es in sich und wenn es in die Tiefe geht, sind sie nicht einfach zu beantworten.

Diese tiefgründigen Gespräche sollten einen besonderen Rahmen bekommen und nicht schnell mal nebenbei laufen. Es ist immer gut, dem anderen Zeit zum Nachdenken zu geben, denn solche Art von Antworten schütteln wir nicht einfach mal so aus dem Ärmel (also ich jedenfalls nicht 🤔) Bereite deinen Gesprächspartner also vor. Vielleicht bekommst du ein paar Inspirationen in meinem Talenteartikel.

Vielleicht wäre es in einem so frühen Stadium der Veränderung aber auch einfacher, Menschen zu fragen, die nicht ganz so nah an dir dran sind, Sie sehen dich mit einem nicht so vertrauten Blick. Sprich mit Menschen darüber, die in ähnlichen Situationen sind und sich gerade neu orientieren, sie können nachvollziehen, was in dir vorgeht.

Und noch eine Idee, die mir spontan kommt: Wenn du gern liest, schreibst du vielleicht auch gern. Bei deiner Erfahrung im Umgang mit Kindern könntest du Ratgeber oder einen Blog schreiben. Vielleicht sind dir aber auch in deiner Zeit als Erzieherin Dinge aufgefallen, die verbessert werden könnten und um deren Umsetzung du dich jetzt kümmern könntest.

#7: „Es ist unheimlich frustrierend, kein wirkliches Ziel vor Augen zu haben…

und ich habe riesengroße Angst mein Ziel nicht zu finden.“

Für mich eine typische „Angst-vor-der-Angst-Situation“. Vielleicht macht dir das Wort „Ziele“ Angst (kein Wunder, Zielerfüllung ist die Erfolgspeitsche unserer Zeit). Vielleicht wird es durch „Träume“ oder „Wünsche“ leichter. Vielleicht glaubst du irrtümlich auch, das am Ende deiner Entscheidungsfindung dein Traumjob in Stein gemeißelt stehen muss und du nie wieder etwas anderes tun darfst.

Hol deinen Traumjob vom Sockel runter

Wir wollen Veränderung, aber nicht scheitern. Wir wollen unseren Job wechseln, können aber nicht wissen, ob wir damit vom Regen in die Traufe kommen. Mit diesem Denken ist es wie mit einem Schaukelstuhl, wir sitzen drin und bewegen uns, kommen aber nicht von der Stelle.

Wir müssen diesen Trugschluss aufgeben. Eine Hunderprozentgarantie ist in diesem Spiel nicht vorgesehen. Es gilt Versuch & Irrtum. Und je mehr Fehler wir machen und merken, dass das nicht das Ende ist, desto sicherer werden wir, weil wir unsere Stärke spüren.

Kleine Schritte gehen bringt uns weiter voran als große Träume träumen.

Kleine Schritte machen nicht so viel Angst, deswegen gehen wir auch wirklich los. Fakt ist, du bist diejenige, die die Route festlegt.

Die vielen Möglichkeiten, die wir heutzutage haben sind Segen und Fluch zugleich. Wir leben in einer Alles-ist-möglich-Gesellschaft. Aus dem Vollen schöpfen zu können macht Angst, das Falsche zu wählen.

Nimm dir Zeit, dich wieder mit dir selbst zu verbinden und es werden Wünsche und Träume auftauchen. Brich diese in kleine Wegetappen herunter und dann ins einzelne Schritte.

Was du für berufliche Veränderung brauchst

Was immer du verändern möchtest, es geht nicht ohne das Wissen, in welche Richtung du losmarschierst. Wichtig ist, dass die Klarheit aus dir selbst kommt. Dreh die Lautstärke der vielen äußeren Einflüsse runter und die deiner inneren Stimme hoch. Schaffe dir dafür regelmäßige Auszeiten nur mit dir allein ohne jegliche äußere Berieselung.

Schau deiner Angst ins Gesicht und mach es trotzdem. Sie ist die Hürde, über die wir alle springen müssen.

Finde heraus, was für dich wichtig und richtig ist. Was sich gut und stimmig anfühlt. Was dir Energie gibt. Wenn du einige Beschäftigungen für dich gefunden hast, triff eine Wahl. Entscheide dich ein oder zwei von ihnen und arbeite damit weiter.

Urteile nicht zu schnell, dass etwas nicht geht, du es nicht kannst oder weißt. Suche nach Wegen, es möglich zu machen. 

Was ich ganz sicher weiß ist, dass du bereits auf dem Weg bist, denn deine Unzufrieden im Job zeigt bereits die Veränderung an. Du magst vielleicht noch nicht wissen, was kommt, bedenke, dass das Leben immer ein bisschen ruckelt, wenn es in den nächsten Gang schaltet. Die nächsten Schritte zeigen sich zur richtigen Zeit, behalte deine Offenheit. Ich bin mir sicher, dass etwas Wundervolles und Einzigartiges in dir steckt, etwas, das unbedingt raus will. Also geh weiter und teile es mit uns, denn

die Welt braucht deine leise Power 🦋

 

 

 

 

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