August 24

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Wie finde ich heraus, was ich will?

Diese Frage begegnet mir in dieser oder in ähnlicher Form immer wieder. Heute erhielt ich sie per Mail und meine Antwort wurde länger und länger. 

So wurde letztendlich dieser Blogartikel daraus, weil ich mir dachte, das geht ja nicht nur dir so, damit bist du nicht allein. Wenn du ebenfalls gerade nach Antworten auf diese Frage suchst, ist dieser Artikel auch für dich. 

#1: „Ich weiß genau, was ich nicht will, aber nicht, was ich will.“

So geht es vielen Menschen. Im Buch Kopfgoogeln habe ich 69 Fragen formuliert, mit denen du dem "Wissen" und "Wollen" auf kreative Weise entgegentreten kannst. 

Du kannst dich dieser Frage auch aus einer anderen Richtung annähern, indem du herausfindest:  Wie du deine Unzufriedenheit als Sprungbrett nutzt.

Mal angenommen, du liebst es zu schreiben, du magst Worte und liest gern. Es könnte aber auch sein, dass du das gar nicht auf dem Schirm hast, aber dir völlig im Klaren darüber bist, dass Zahlen nicht dein Ding sind. Tabellen, Kalkulationen und Diagramme bereiten dir Kopfzerbrechen? Wenn dem so ist, dann wirst du dir eine Aufgabe ohne Zahlen suchen und die passende Alternative zum Rechnen ist Schreiben. Also integrierst du in deinen Job mehr Worte und eliminierst Stück für Stück die Rechnerei aus deinem Berufsalltag.

Letztendlich landest du früher oder später beim Schreiben oder bei dem, was auch immer du liebst, wenn du deiner inneren Stimme folgst. Auch wenn es sich „folge deiner Freude“ schöner anhört, du kommst auch an, wenn du in die Gegenrichtung von „ist nicht mein Ding“ marschierst.

Was ich beruflich will

#2: „Ich erinnere mich nicht daran, was ich als Kind gern werden wollte.“

Es gibt einige Menschen, die sich nicht besonders gut an ihre Kindheit erinnern. Es ist absolut kein Beinbruch, nicht zu wissen, was man als Kind gern getan hat. Es ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die eigenen Talente und Leidenschaften zu erforschen.

Genauso könntest du dich fragen:

  • Was war ein magischer Moment in meinem Beruf in der letzten Woche, im letzten Monat, im letzten Jahr? 
  • Wann hat mir mein Job besonders Spaß gemacht?
  • Wobei habe ich am einfachsten die besten Ergebnisse erzielt oder das meiste positive Feedback erhalten?

Oder du kannst dich in die Zukunft beamen:

Wenn du 1 Million Euro hättest und nicht mehr arbeiten müsstest, was würdest du dann freiwillig tun? Was würdest du tun, wenn du kein Geld verdienen müsstest?

Türöffner deines Unterbewusstseins

Diese Fragen sind lediglich Türöffner für dein Unterbewusstsein, da kommst du nur spielerisch hin und nicht durch Zahlen, Daten, Fakten. Es geht erst einmal darum wieder Zugang zu dir selbst und deinen Wünschen zu bekommen, die Quelle in dir anzuzapfen und eben nicht den Intellekt, der sonst immer gnadenlos das Zepter schwingt.

#3: „Dinge, die ich stundenlang machen kann – wie soll ich damit Geld verdienen?“

„Ich häkel gerne und lese gerne… aber mein Lebensunterhalt damit verdienen?“ Also da fallen mir sofort 2 Dinge ein, damit Geld zu verdienen: Zum einen Gehäkeltes im eigenen Etsy-Shop zu verkaufen und zum anderen: Lektoren lesen berufsbedingt auch viel. Beides Tätigkeiten, die man gut selbständig und ohne großes Risiko ausprobieren kann.

„Ich tüddel auch gerne im Garten rum“. Noch eine Sache, mit der du Geld verdienen kannst, da es Menschen gibt, die zwar gern einen schönen Garten hätten, denen aber der grüne Daumen fehlt.

was ich beruflich will

Das waren jetzt spontane Schnellschüsse und einfach naheliegende Antworten. Beim Brainstormen mit mehr Zeit würde ich viel weitläufiger schauen wollen und die dahinter liegenden Dinge finden. Beispielsweise, was lösen diese Tätigkeiten aus? Geht es um die Entspannung oder darum, etwas mit den Händen zu tun? interessiert dich beim Lesen ein bestimmtes Thema usw.?

Es gibt Menschen, die behaupten, dass das Geld verdienen sogar leichter wird, wenn man bei dem, was man tut Spaß hat..Verbreiteter ist in unserer Gesellschaft allerdings die Ansicht, dass Arbeit hart sein muss (Zugegeben, mit diesem Drachen kämpfe ich auch hin und wieder.)

#4: „Ich bin über 40, habe zwei Kinder, ein Haus und alles soll bezahlt werden.“

Das ist mal klar, die Existenz muss gesichert sein. Doch es spricht ja nichts dagegen, sich nebenbei auszuprobieren. Wer einen gut bezahlten Job hat und auf der Suche nach mehr Sinn ist, kann doch den Job beibehalten und sich nebenbei eine Freiwilligenarbeit, ein Ehrenamt oder ein Hobby suchen, dass erfüllt.

Falls als Argument jetzt die fehlende Zeit kommt, kann ich das zwar nachvollziehen (uns allen scheint es heutzutage daran zu mangeln). Andererseits, wenn wir uns ehrlich beantworten, wie viel Zeit wir mit unnützen Dingen verbringen wie beispielsweise vor dem Fernseher, relativiert sich das wohl von allein. Wir glauben, wir brauchen den Fernseher als Entspannung, doch was wäre, wenn wir einer Tätigkeit nachgehen, die uns noch zusätzlich Energie verschafft?

Wenn es eine günstige Zeit gab, um nebenbei zu experimentieren, so ist das jetzt. Wir können gerade online unsere Ideen relativ risikolos ausprobieren und testen. Wir brauchen nur eine Idee und die Entscheidung, ins Tun zu kommen. Und was das Alter betrifft, ich hab mich schon mal mit dem perfekten Zeitpunkt beschäftigt.

#5 „Ich mag nicht noch eine Ausbildung beginnen,

zumindest nicht, solange ich mir 100% sicher bin, dass dieser Job mich erfüllt.“

Bis auf einige Ausnahmen wie Ärzte, Apotheker oder Piloten ist eine Ausbildung nicht immer zwingend. Wenn uns Themen interessieren, eignen wir uns das benötigte Wissen sowieso an, weil es eben „unsere Baustelle“ ist und es fällt uns sogar auch leicht.

Was glaubst du, welche Mitarbeiter für Firmen wertvoller sind, die mit Leidenschaft oder solche mit guter Ausbildung?

Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht. (Ringelnatz)

Klar müssen Chancen und Risiken abgewogen werden, doch an einem bestimmten Punkt müssen wir losgehen, obwohl wir unsicher sind.

Wir sollten nicht auf Sicherheit warten, sondern Entscheidungen treffen.

Sich schon Gedanken um die Ausbildung zu machen, obwohl noch nicht einmal klar ist, was du willst,  ist meiner Erfahrung nach ein super getarntes Ablenkungsmanöver des Egos.

Was wäre denn, wenn es für deinen Traumjob noch gar keine Ausbildung gibt? 😉

#6: „Von Freunden und  Bekannten kommt oft der Ratschlag:

Du kannst so gut mit Kindern umgehen. Genau das möchte ich aber schon seit über 25 Jahren nicht mehr machen.“

Egal, aus welchem Grund du mal Erzieherin gelernt hast, wenn es für dich nicht mehr passt, bist du diejenige, die entscheidet, dass diese Ära vorbei ist. Unser Umfeld kriegt äußerlich von unseren inneren Veränderungsprozessen, die eine gefühlte Ewigkeit in uns brodeln, oft nichts mit (es sei denn, wir reden drüber).

Ich vermute mal, können noch viel mehr Talente in dir sehen, als dein Händchen für Kinder, doch das ist wahrscheinlich das Offensichtlichste, weil sie das von dir kennen. Frage sie doch einfach mal in einer ruhigen Minute, was sie an dir schätzen.

Diese tiefgründigen Gespräche sollten einen besonderen Rahmen bekommen und nicht schnell mal nebenbei laufen. Es ist immer gut, dem anderen Zeit zum Nachdenken zu geben, denn solche Art von Antworten schütteln wir nicht einfach mal so aus dem Ärmel. Bereite deinen Gesprächspartner also vor. Ein paar Inspirationen findest du in meinem Talenteartikel.

Vielleicht wäre es in einem so frühen Stadium der Veränderung aber auch einfacher, Menschen zu fragen, die nicht ganz so nah an dir dran sind, Sie sehen dich mit einem nicht so vertrauten Blick. Sprich mit Menschen darüber, die in ähnlichen Situationen sind und sich gerade neu orientieren, sie können nachvollziehen, was in dir vorgeht.

Und noch eine Idee, die mir spontan kommt: Wenn du gern liest, schreibst du vielleicht auch gern. Bei deiner Erfahrung im Umgang mit Kindern könntest du Ratgeber oder einen Blog schreiben. Vielleicht sind dir aber auch in deiner Zeit als Erzieherin Dinge aufgefallen, die verbessert werden könnten und um deren Umsetzung du dich jetzt kümmern könntest.

#7: „Es ist unheimlich frustrierend, kein wirkliches Ziel vor Augen zu haben…

und ich habe riesengroße Angst mein Ziel nicht zu finden.“

Für mich eine typische „Angst-vor-der-Angst-Situation“. Vielleicht macht dir das Wort „Ziele“ Angst (kein Wunder, Zielerfüllung ist die Erfolgspeitsche unserer Zeit).

Vielleicht wird es durch „Träume“ oder „Wünsche“ leichter. Vielleicht glaubst du irrtümlich auch, das am Ende deiner Entscheidungsfindung dein Traumjob in Stein gemeißelt stehen muss und du nie wieder etwas anderes tun darfst.

Hol den Traumjob vom Sockel runter

Wir wollen Veränderung, aber nicht scheitern. Wir wollen unseren Job wechseln, können aber nicht wissen, ob wir damit vom Regen in die Traufe kommen.

Mit diesem Denken ist es wie mit einem Schaukelstuhl, wir sitzen drin und bewegen uns, kommen aber nicht von der Stelle.

Wir müssen diesen Trugschluss aufgeben. Eine hundertprozentige Garantie ist in diesem Spiel nicht vorgesehen. Es gilt Versuch & Irrtum. Je mehr Fehler wir machen und merken, dass das nicht das Ende ist, desto sicherer werden wir, weil wir unsere Stärke spüren.

Kleine Schritte gehen bringt uns weiter voran, als große Träume träumen.

Kleine Schritte machen nicht so viel Angst, deswegen gehen wir auch wirklich los. Fakt ist, du bist diejenige, die die Route festlegt.

Die vielen Möglichkeiten, die wir heutzutage haben sind Segen und Fluch zugleich. Wir leben in einer Alles-ist-möglich-Gesellschaft. Aus dem Vollen schöpfen zu können macht Angst, das Falsche zu wählen.

Nimm dir Zeit, dich wieder mit dir selbst zu verbinden und es werden Wünsche und Träume auftauchen. Brich diese in kleine Wegetappen herunter und dann ins einzelne Schritte.

Wie finde ich heraus, was ich will?

  • Werde dir bewusst, in welchem Gedankenkarussell du gerade unterwegs bist. Entscheidungen setzen Klarheit voraus. Eine Möglichkeit, um herauszufinden, was du willst (oder was nicht), ist dich auf ein kleines Experiment in deinem jetzigen Job einzulassen. Finde heraus, was du willst, indem du ein   >>Jobtagebuch<< führst.
  • Dreh die Lautstärke der vielen äußeren Einflüsse runter und die deiner inneren Stimme hoch. Schaffe dir regelmäßige Auszeiten nur mit dir allein ohne jegliche äußere Berieselung, damit du deine innere Stimme wieder hören kannst. Sie flüstert nur im Gegensatz zum Krach, den der Kopf so veranstaltet. 
  • Lass dich von deiner Angst nicht um den Verstand bringen. Oft ist es so, dass wir vom Herzen her schon wissen, was wir wollen, uns dann aber die eigene Courage im Wege steht. Die Angst vor der eigenen Größe. Jemand sagte mir mal: Wo die Angst ist, ist der Weg. Sie ist die Hürde, über die wir alle springen müssen.
  • Was für dich richtig und wichtig ist, gibt dir Energie. Um herauszufinden, was das ist, musst du nicht erst alles ausprobieren. Es funktioniert auch schon, wenn du dich in Ruhe hinsetzt, die Augen schließt und dir die Situation vorstellst. Geh richtig tief rein. Was erlebst du? Wer ist dabei? Was siehst, hörst oder riechst du? Mach das so lange du die Aufmerksamkeit dort halten kannst und wenn du die Augen wieder öffnest: Wie fühlst du dich? Hast du mehr oder weniger Energie als vorher? 

Hürden sind manchmal die Voraussetzung für den Sprung ins nächste Level

Die vermeintlichen Hürden sind manchmal Knoten, die platzen müssen, um eine Erkenntnis für den weiteren Weg ziehen zu können. Erkenntnisse führen zu Erfahrungen und diese zu Entscheidungen, die wir immer wieder für uns treffen müssen oder die andere treffen (wenn wir es nicht tun).

Verteufle deine Umwege nicht, oft sind das die Puzzlesteine auf dem Weg zum großen Ganzen. 

Urteile nicht zu schnell, dass etwas nicht geht, du es nicht kannst oder weißt. Wenn es sich gut anfühlt und dich berührt, suche nach Wegen, es möglich zu machen. 

Was ich ganz sicher weiß ist, dass du auf dem Weg bist, denn deine Unzufrieden im Job zeigt bereits die Veränderung an. Du magst vielleicht noch nicht wissen, was kommt, doch bedenke, dass das Leben immer ein bisschen ruckelt, wenn es in den nächsten Gang schaltet.

Die nächsten Schritte zeigen sich zur richtigen Zeit, behalte deine Offenheit. Ich bin mir sicher, dass etwas Wundervolles und Einzigartiges in dir steckt, etwas, das unbedingt raus will. Also geh weiter und teile es mit uns, denn

die Welt braucht deine leise Power 🦋

PS:  Regelmäßige Inspirationen zum Thema Potenzialentfaltung und berufliche Neuorientierung gibts in meiner Entfalterpost monatlich  per Newsletter in dein Postfach. 

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